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In diesem Blog möchte ich meine Begeisterung und meine Leidenschaft für meine Arbeit teilen. Und zwar, möchte ich schreiben über das Schaffen in der "Werkstatt", über die Entstehung
des Werkes bevor es ausgestellt wird. Vielleicht findet der eine oder der andere Interesse und handwerkliches Verständnis für ein Kunstwerk.


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Holzbearbeitung

Eine Freundin sagte vor einer kleinen Holzfigur:

„Ich staune, was man von einem Stück Holz machen kann!“

Ja, ich staune auch und immer wieder!

Als Antwort, zitiere Ich Ernst Ludwig Kirschner: „In jedem Stamm steckt eine Figur, man braucht sie nur heraus zu schälen.“

Die Frage ist: „Wie?“!!

Der Bildhauer wird in einem Stückholz die Figur, die er darin sieht, heraus bearbeiten.
In diesem Sinn ist der Bildhauer zuerst ein Handwerker!

  • Was ist Holz? 

Es ist das Gewebe von Bäumen oder Sträucher.

Man unterscheidet zwischen Weichholz (Nadelhölzer, Birke, Pappel, Linde) und Hartholz (vor allem tropische Hölzer, Eiche, Buchsbaum...).

Holz ist nicht homogen. Das Innere, das Kernholz, ist dichter, dunkler, gefärbt, fester und dauerhafter als das äußere Holz, das Splintholz.

Das Kernholz ist eigentlich das bessere Stück. Da zeichnen sich die Jahrringe ab.
Diese berichten nicht nur über das Alter des Baumes, sondern auch über seine Position der Sonne entgegen, über die jährlich klimatischen Gegebenheiten (ob der Winter – helle Ring- lang war, ob der Frühling und Sommer sonnig oder zu trocken waren, welche Parasiten den Baum befallen haben. Sogar Projektilen hat man nach den Kriegen, in Stämme gefunden!

Die Eigenschaften des Holzes variieren je nach Baumart.

Die Farbe, die Feinheit der Struktur und der Maserung, der Glanz, selbst der Geruch sind für den Bildhauer, wichtige ästhetischen wirksame Merkmale.

  • Die Bildhauerei

ist die Fertigkeit aus Holz Figuren zu hauen oder zu schnitzen, sei es als Relief oder als Vollplastik.

Der Bildhauer verfügt über zahlreiche Werkzeuge: Knüppel, Stecheisen und Schnitzbank sind die typische Beispiele. Dazu kommen Figurenschraube als Einspannungsvorrichtung, Zwinger, Sandsäcke, Paletten.
Moderne Werkzeuge wie Sägen: Bandsäge, Kettensäge, Fräse, Elektrobohrer.
Hammer, Zange, Nägel, Leim...
Winklerschleifer, Raspel, Feile, Schleifpapier... Es ist hier nur eine kleine Auswahl!

  •  Die Bearbeitung

Vor der Bearbeitung muss das Holz ganz trocken sein, was allerdings das Holz nicht davon abhält, eine gewisse Menge Wasser wieder zu absorbieren.

Improvisation mit Holz ist nicht vereinbar! Wie man sagt, Spontaneität will wohl überlegt sein!
Eine Skizze ist unzureichend!

Die Anfertigung eines Modell hilft, die Form, die man schaffen will, zu begreifen, beurteilen und auch zu verändern. Ich benutze Plastilin aber man kann Ton ,  Wachs oder auch Styropor nehmen.

Wenn das Modell fertig ist, markiert man die Länge und Querachse, um sich zu orientieren bei der Übertragung und Vergrößerung des Modells auf dem Holz.

Man zeichnet die Umrisse mit Hilfe eines Zirkels und es geht los! mit Flacheisen und Knüppel fängt man die Verarbeitung des Holzes.

Das ist ein wichtiger und entscheidender Moment! Es ist der Kontakt mit der zukünftigen Figur!
Der Ansatz des Eisens ist abhängig von der Menge des Holzes, die man entfernen will, und von dem Winkel, mit dem seine Schneide zu den Holzfasern steht.

Für das Grobbehauen (die Entfernung grosse Holzmenge) verwendet man ein Eisen mit kurzen Fase und halb oder flachrund gewölbten Schneiden, die man in starker Schräge auf die Holzoberfläche aufsetzt.

Es erfordert Kraft und der Knüppel ist dafür unverzichtlich. 

Für das Feinbehauen (Glattschneiden oder Sauberschneiden) verwendet man Eisen mit längerer Fase und weniger gewölbten Schneide, die man in flacherem Winkel ansetzt. Die letzten Eisenhiebe sind entscheidend: sie werden präziser. Man braucht den Knüppel nicht mehr.

Die Sauberkeit der Schnitte ist die Qualität Maßstab für die Technik. Sie hängt aber nicht nur von der Eisenschneide ab (ob sie gut geschliffen ist), sondern auch von dem Holz, vor allem von dessen Härte und Faserigkeit.

  • Die Endbearbeitung

Während der Endbearbeitung ist die Oberflächebehandlung entscheidend für die Erhaltung des Werkes.

Man kann die Holzfigur tönen, färben oder lasieren. Man muss auch das Holz schützen gegen Insekten.

Wachs oder Schellack, Firnisauftrag, Lacke und verschiedene deckende Materialen tragen dazu bei die Figur individuell und ausdruckvoll zu gestalten.

Auch das bewusste Zusammenspiel mit anderen Materialen wie Farbe, Silber, Gold, Stoffe, Glasaugen, Perlmutzähnen, Feder, Marmor, Marquetterie, Intarsien und viel mehr, gibt eine besondere Ausdruckkraft die, den Wert des Werkes, steigert.
Hier fängt aber andere Metier an, die eine besondere Ausbildung  benötigen: Fassmalen, Vergolden etc...

Die Figur braucht, manchmal einen Titel bevor sie in der Öffentlichkeit gezeigt wird.

Die Wahl des Raumes und die Beleuchtung sind sehr wichtig. Da eine Figur dreidimensional ist, sie und der Raum wirken gegenseitig aufeinander.


Zum Schluss, möchte ich noch eine kluge Bemerkung machen, ein chinesisches Sprichwort:

„ Zu wissen, wie man etwas macht, ist lange nicht das gleiche, wie etwas zu machen.“ !!!

Nathalie Rubio - Wietholtz
Holz, Stein und Ton Atelier
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